Wichteln: Regeln, Ablauf und Varianten
Wichteln ist der einfachste Weg, in einer größeren Gruppe zu beschenken, ohne dass jeder für jeden ein Geschenk kaufen muss: Jede Person zieht genau eine andere und beschenkt nur diese. Wer wen zieht, bleibt bis zur Bescherung geheim. Hier stehen die Grundregeln, der übliche Ablauf und die bekanntesten Varianten.
Die Grundregeln
- Gruppengröße: ab drei Personen sinnvoll, ab vier wird es wirklich spannend. Bei zwei Personen beschenkt man sich ohnehin gegenseitig.
- Jeder zieht genau eine Person und wird selbst genau einmal beschenkt. Niemand zieht sich selbst.
- Budget vorher festlegen — die wichtigste Regel überhaupt. Ohne Preisgrenze entstehen unangenehme Unterschiede zwischen den Geschenken.
- Geheimhaltung bis zur Übergabe: Die Zuteilung wird nicht verraten, sonst verschwindet die Überraschung.
- Ein Termin für alle: Übergabe an einem gemeinsamen Termin, sonst zieht sich die Bescherung über Wochen.
So läuft Wichteln ab
Zuerst steht die Gruppe fest: Wer macht mit? Die Teilnahme sollte freiwillig sein — besonders im Büro. Danach werden Budget und Übergabetermin vereinbart, und zwar bevor ausgelost wird, damit alle mit denselben Erwartungen einkaufen.
Anschließend wird ausgelost. Klassisch zieht jeder einen Zettel aus einem Hut; das hat aber zwei bekannte Schwächen: Wer sich selbst zieht, muss neu ziehen (und am Ende ist manchmal nur noch die eigene Kombination übrig), und wer nicht dabei ist, kann nicht mitziehen. Eine Online-Auslosung löst beides, weil sie fixpunktfrei zuteilt und die Zuteilung direkt per E-Mail verschickt.
Zum Schluss wird gemeinsam übergeben — reihum, damit jeder die Reaktion sieht. Wer möchte, lässt raten, von wem das Geschenk stammt.
Wie viel Geld ist üblich?
Im Freundes- und Familienkreis sind 10 bis 25 € üblich, im Büro meist 10 bis 20 €. Entscheidend ist weniger die Höhe als die Verbindlichkeit: Eine klar kommunizierte Grenze („maximal 20 €“) verhindert, dass sich jemand mit einem 5-€-Geschenk unwohl fühlt, weil ein anderer 40 € ausgegeben hat.
Bei sehr gemischten Gruppen — etwa Azubis und Führungskräfte in derselben Runde — ist eine niedrigere Grenze die fairere Wahl.
Die bekanntesten Varianten
- Schrottwichteln: Verschenkt wird, was ungenutzt zu Hause liegt. Kostet nichts und ist vor allem im Büro beliebt.
- Würfelwichteln: Alle Geschenke kommen in die Mitte, per Würfel wird ausgewählt, getauscht oder geklaut. Braucht keine Vorab-Auslosung.
- Gedichtwichteln: Zum Geschenk gehört ein selbst geschriebener Vierzeiler, der auf die beschenkte Person anspielt.
- Räuberwichteln: Wie Würfelwichteln, aber bereits geöffnete Geschenke dürfen weggenommen werden — meist mit einer Obergrenze, wie oft ein Geschenk den Besitzer wechseln darf.
- Engerl-Bengerl: Über mehrere Tage hinweg kleine Aufmerksamkeiten für die gezogene Person, aufgelöst wird erst am letzten Tag.
Wichteln im Büro: worauf achten
Im beruflichen Umfeld gelten ein paar zusätzliche Regeln. Die Teilnahme muss freiwillig bleiben und sollte ohne Begründung absagbar sein. Das Budget gehört nach oben begrenzt, nicht nach unten. Und Geschenke sollten ohne Insiderwissen funktionieren: Alkohol, Kalendersprüche über Kollegen oder alles, was jemanden vorführt, ist im Büro fehl am Platz.
Praktisch hilfreich ist außerdem, die Runde sauber abzugrenzen — also wirklich nur das eigene Team oder die eigene Abteilung. Wenn die Einladung per Link weitergereicht wird, lässt sich das über erlaubte E-Mail-Domains absichern, sodass nur Adressen der eigenen Firma beitreten können.
Typische Fehler
- Zu spät angefangen: Zwischen Auslosung und Übergabe sollten mindestens zwei Wochen liegen, damit alle in Ruhe etwas besorgen können.
- Kein Budget genannt: führt fast immer zu schiefen Erwartungen.
- Zettel-Auslosung ohne Kontrolle: Wer sich selbst zieht, bringt die ganze Runde durcheinander.
- Abwesende vergessen: Wer im Urlaub ist, muss trotzdem ziehen können — sonst fehlt am Ende ein Geschenk.
- Keine Wunsch-Hinweise: Ein einziger Satz zu Vorlieben erspart dem Gegenüber langes Raten.
FAQ
Ab wie vielen Personen lohnt sich Wichteln?
Ab drei Personen funktioniert es, ab vier bis fünf wird es wirklich spannend, weil die Zuteilung dann kaum noch zu erraten ist.
Wie viel sollte ein Wichtelgeschenk kosten?
Üblich sind 10 bis 25 €, im Büro eher 10 bis 20 €. Wichtiger als die Höhe ist, dass die Grenze vorher feststeht und für alle gilt.
Darf man sich selbst ziehen?
Nein. Eine korrekte Auslosung ist fixpunktfrei: Niemand zieht sich selbst. Bei der Zettelziehung muss deshalb notfalls komplett neu gelost werden.
Wie lost man fair aus, wenn nicht alle am selben Ort sind?
Über eine Online-Auslosung: Alle tragen sich per Einladungslink ein, die Zuteilung erfolgt automatisch und jeder bekommt nur sein eigenes Ergebnis per E-Mail.
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